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HERKULES TRUCK HYBRID™ – das komplette System

Um Reparaturdienstleistungen im Nutzfahrzeugbereich wirklich profitabel zu machen, braucht es die richtige Kombination aus moderner Technologie, zuverlässiger Ausrüstung und einem durchdachten Werkstattkonzept. Viele Werkstattleiter haben inzwischen erkannt, wie wichtig eine hochwertige Ausstattung ist – doch gerade die Qualifikation der Mitarbeiter wird noch zu häufig vernachlässigt. In einigen Betrieben findet gar keine entsprechende Schulung statt. Oft wird die Ursache dafür bei den Technologielieferanten gesehen.

Werkstatt Design

Im Kontakt mit Investoren zeigt sich häufig ein wiederkehrendes Muster: Nachdem das Grundstück erworben, alle Genehmigungen eingeholt und das Bauprojekt abgeschlossen sind, stellen sie plötzlich fest, dass noch völlig unklar ist, wie der Standort technisch ausgestattet und genutzt werden soll. Fragt man nach einem Konzept für die Standorttechnologie, reagieren viele überrascht und stellen sogar infrage, ob ein solches Konzept überhaupt notwendig sei.

Leider wird die grundlegende Planungs- und Konzeptionsphase eines Kfz- oder Nutzfahrzeugservices von Investoren nur allzu oft übergangen – unabhängig davon, ob es sich um Dienstleistungen für Fahrzeuge bis 3,5 t oder darüber hinaus handelt. Die wichtigste Phase beim Aufbau eines Autoservices ist jedoch die Schaffung klarer technologischer Rahmenbedingungen. Erstaunlicherweise wird ausgerechnet dieser Schritt besonders häufig vernachlässigt. Zwar werden einzelne Annahmen getroffen, doch statt punktueller Entscheidungen bräuchte es einen ganzheitlichen Ansatz für die technische Gesamtplanung des Betriebs.

Besonders problematisch sind Bauprojekte, bei denen die Anforderungen an den Betrieb von Reparatur- und Diagnosestationen überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Viele Planungsbüros verfügen schlicht nicht über die nötige Erfahrung im Entwerfen von Kfz-Werkstätten – und erst recht nicht im Bereich Nutzfahrzeuge. Das ist an sich kein Fehler. Ein Fehler ist es jedoch, auf erfahrene Fachleute für Werkstattorganisation und -technik zu verzichten.

Planung des Reparaturbereichs

Bei der technischen Planung ist es entscheidend, den Bodenrahmen im Hallenboden optimal zu positionieren, da sie das zentrale Element für die späteren Reparaturarbeiten darstellt. Die Wahl ihres Standorts muss besonders sorgfältig erfolgen, denn sie ist dauerhaft installiert und kann nachträglich kaum verändert werden. Wie so oft hängt die richtige Platzierung stark von der Art der Werkstattleistungen und der vorgesehenen Kapazität der Unfallreparaturabteilung ab.

Soll die Werkstatt hauptsächlich Ad-hoc-Reparaturen durchführen, ist keine umfangreiche Infrastruktur wie große Arbeitsplätze oder Krananlagen erforderlich. Wird dagegen ein Unfallreparaturzentrum geplant, das ein großes Einzugsgebiet abdeckt, mehrere Transportunternehmen betreut oder mit Versicherungen zusammenarbeitet, muss die technische Konzeption deutlich umfassender ausfallen.

Ein zentraler Faktor bei der Auswahl der Ausrüstung ist deren Konstruktion – und damit die damit verbundene Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Ergonomie. Austauschbare Elemente, die häufig von Mitarbeitern gehandhabt werden, sollten idealerweise aus möglichst leichten Materialien bestehen und einfach montier- sowie demontierbar sein. Bewährt haben sich hier Komponenten aus leichten Legierungen mit hoher mechanischer Festigkeit, die in ihrer Leistungsfähigkeit Stahllegierungen ebenbürtig sind.

Foto: Arbeitselemente aus hochwertigen Leichtmetalllegierungen

Traversensystem im Werkstattboden

Als Standardlösung wird ein einzelner Bodenrahmen mit einer Länge von 16 m und einer Breite von 4,5 m empfohlen. Dieser dient sowohl zur Aufnahme der Fahrzeuge während der Rahmenreparaturen als auch als Befestigungsgrundlage für ausgebaute Fahrerkabinen.

Um die Kapazität der Anlage zu erhöhen, kann eine zusätzliche Traverse mit identischen Abmessungen vorgesehen werden. Eine ebenso bewährte Alternative ist die Kombination aus einer 16 m × 4,5 m großen Haupttraverse und einer zusätzlichen 4,5 m × 4,5 m großen Traverse, die speziell für Fahrerhausreparaturen ausgelegt ist.

Abb. Traverse

Ausrüstung für die Rahmenreparatur

Die Hauptkomponenten eines Standard-Rahmenreparatursatzes umfassen zwei horizontale Pressen, einen Gegenhalter, zwei vertikale Pressen, vier Stützen, eine C-Presse sowie Kettenhalter zur Fixierung des Rahmens.
Besondere Erwähnung verdient das Versorgungssystem der Hydraulikzylinder, das über Druckluft aus der Serviceanlage betrieben wird.

Grundsätzlich stehen zwei Versorgungsvarianten zur Verfügung:

  1. Ein zentrales Mehrwege-Pumpensystem, das den gleichzeitigen Anschluss und die Steuerung mehrerer Einheiten ermöglicht.

  2. Separate Pumpen, die jeweils einzelnen Reparatureinheiten zugeordnet sind.

Beide Ansätze haben ihre Befürworter und Kritiker. Allerdings zeigt die Erfahrung aus zahlreichen Kooperationen mit Werkstätten weltweit deutlich, dass der Einsatz separater Versorgungseinheiten für jede Komponente im System insgesamt mehr Vorteile bietet.

Foto: Presse und horizontales Richtsystem während der Reparatur des Rahmens

Zusätzlich sind verschiedene Hilfsmittel erforderlich: Rollenhalter zur Sicherung des Fahrzeugrahmens während des Richtvorgangs, Schutzpads, die unerwünschte Verformungen an den Rahmenkanten beim Einsatz des Pressensystems verhindern, sowie Spreizsysteme zur kontrollierten Kraftverteilung.

Foto: Für Reparaturen benötigtes Zubehör
Foto: Vertikale Presse mit pneumatischer Hebehilfe

Induktionsheizer

Ist es möglich, einen Fahrzeugrahmen zu erwärmen, ohne seine Festigkeit zu beeinträchtigen? Ja – und in vielen Fällen ist eine kontrollierte Erwärmung sogar empfehlenswert. Allerdings erfordert sie große Sorgfalt und eine präzise Steuerung der eingebrachten Wärme. Wird ein Rahmen „kalt“ gerichtet, entstehen häufig Mikrorisse in der Materialstruktur. Durch kontrolliertes Erwärmen können sich die Metallkristalle leichter verschieben, sodass sich die Richtkräfte gleichmäßiger verteilen.

Die Frage nach der Sicherheit lässt sich jedoch nur ehrlich beantworten: Jede Beschädigung sowie jede anschließende Richtreparatur hat grundsätzlich eine negative Auswirkung auf die Struktur des Fahrzeugs. Entscheidend ist daher, die konstruktiv vorgesehene Sicherheitsreserve nicht zu überschreiten. Da Fahrzeugrahmen mit einer gewissen Toleranz konstruiert sind, führen kleinere Eingriffe in der Regel nicht zu sicherheitsrelevanten Beeinträchtigungen.

Besonders wichtig ist die maximale Temperatur im Reparaturbereich. Diese darf 650 °C nicht überschreiten. Oberhalb dieses Wertes verlieren Stahllegierungen dauerhaft jene mechanischen Eigenschaften, die ihnen im Herstellungsprozess – beispielsweise durch Wärmebehandlung – verliehen wurden.

Beim Erhitzen mit einem Brenner ist eine exakte Temperaturkontrolle jedoch schwierig: Die Erwärmung erfolgt von außen, sodass die äußeren Schichten bereits überhitzt sein können, während der innere Bereich des Rahmens noch nicht die gewünschte Temperatur erreicht hat. Dies macht ein besonders vorsichtiges und kontrolliertes Vorgehen erforderlich.

Abb. Vergleich der Leistung von Induktions- und Gasbrennern

Hinzu kommt, dass der Erwärmungsprozess mit dem Gasbrenner so lange dauert, dass sich auch angrenzende Bereiche unerwünscht aufheizen, was das Richten zusätzlich erschwert. Darüber hinaus dürfen sicherheitstechnische Risiken nicht außer Acht gelassen werden.

Eine effiziente Alternative ist der Einsatz von Hochleistungs-Induktionsheizungen. Bei dieser Methode erfolgt die Erwärmung punktgenau in der gewünschten Zone und nahezu gleichzeitig über das gesamte Querschnittsvolumen des Rahmens. Dadurch werden benachbarte Bereiche deutlich weniger belastet, und der Richtprozess kann kontrollierter und sicherer durchgeführt werden.

Kräne und Hebesysteme

Reparaturarbeiten an Nutzfahrzeugen erfordern häufig Hilfsmittel für die Demontage und Montage von Fahrzeugkomponenten – sei es die Fahrerkabine, der Motor oder andere Bauteile.

Die komfortabelste, aber auch kostspieligste Lösung ist der Einsatz eines Brückenkrans. Dieser lohnt sich insbesondere dann, wenn eine große Anzahl von Reparaturen regelmäßig durchgeführt wird.

Eine wirtschaftlich und organisatorisch sinnvolle Alternative ist der Einsatz eines manuellen Kettenzugs, montiert auf einem speziell angefertigten Träger. Zwar bietet diese Lösung nicht die volle Mobilität eines Brückenkrans, für Notfälle und gelegentliche Arbeiten ist sie jedoch völlig ausreichend.

Hilfsgeräte und Werkzeuge für die Blechbearbeitung

Bei der Reparatur von Fahrerhäusern, Bussen und anderen Fahrzeugen mit Karosserieteilen nach einem Unfall ist der Einsatz grundlegender Technologien erforderlich, wie sie auch in der Reparatur von Personenkraftwagen üblich sind.

Zur Basisausstattung gehören unter anderem:

  • Ein Inverterschweißgerät für das Schweißen hochwertiger Bleche,

  • Ein Schweißgerät mit Lötfunktion,

  • Weitere Werkzeuge für die moderne Blechbearbeitung, die eine präzise und sichere Reparatur ermöglichen.

Diagnostische Ausrüstung

Es ist kaum vorstellbar, dass ein Arzt eine Operation beginnt, ohne zuvor eine diagnostische Bewertung des Patienten vorzunehmen. Wie könnte man ein Problem gezielt behandeln, wenn die Ursache nicht bekannt ist?

In der Unfallreparaturbranche ist es jedoch leider noch häufig anzutreffen, dass Karosseriebauer nach dem Prinzip der „sukzessiven Annäherung“ arbeiten. Erfahrung spielt hierbei zweifellos eine zentrale Rolle – und die Expertise erfahrener Fachkräfte sollte keinesfalls geschmälert werden. Gleichzeitig lohnt es sich, diese Profis für Methoden zu gewinnen, die sowohl die Arbeit beschleunigen als auch die Reparaturqualität erhöhen. Dies gelingt nicht nur durch direkte Reparaturwerkzeuge, sondern auch durch den gezielten Einsatz von Diagnose- und Messsystemen, die als integraler Bestandteil des Reparaturprozesses verstanden werden.

Ein professioneller Nutzfahrzeug-Unfallreparaturbetrieb sollte über zwei zentrale Diagnosesysteme verfügen:

  1. Systeme zur Messung der Rahmenform

  2. Systeme zur Achs- und Radausrichtungsgeometrie

Optimale Reparaturen nach einem Unfall stellen nicht nur die korrekte Form des Fahrzeugrahmens wieder her, sondern berücksichtigen auch die Fahrwerksgeometrie. Mit den entsprechenden Messtechniken ist dies kein besonders komplizierter Vorgang.

Das Diagnosesystem sollte es ermöglichen, sowohl die Rahmenform zu prüfen als auch die grundlegenden Parameter von Radgeometrie und Antriebsachsen zu kontrollieren und bei Bedarf direkt einzustellen.

Diagnostik

Nach dem ersten Richten des Untergestells ist es notwendig, die Geometrie der nicht einstellbaren Achsen zu überprüfen und gegebenenfalls deren Ausrichtung in Bezug auf die Mittelachse des Untergestells bereits in diesem Stadium zu korrigieren. Auf diese Weise lassen sich schwerwiegende Probleme in der Endphase der Reparatur – der endgültigen Einstellung der Fahrwerksgeometrie – vermeiden.

Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Rahmenform sowie die Geometrie von Rädern und Achsen kontinuierlich zu kontrollieren. In der Praxis treten häufig unterschiedliche Fälle auf, bei denen ein Diagnosesystem unverzichtbare Unterstützung bietet.

Dabei reicht es nicht aus, lediglich die Radausrichtung zu überprüfen, um ein korrekt rollendes Fahrzeug zu gewährleisten. Ebenso entscheidend sind die Sturz- und Vorlaufwinkel der Achsschenkel, deren Bedeutung im gesamten Diagnose- und Einstellprozess noch immer häufig unterschätzt wird.

Die Bezeichnung „Achsschenkelachsen“ ist zwar historisch geprägt – wird jedoch offiziell im OSKP-Gesetz verwendet. Sie spiegelt das heutige Design moderner Fahrzeugaufhängungen nicht exakt wider. Wer sich jedoch einmal mit der Definition dieses Parameters vertraut gemacht hat, versteht schnell, worauf es bei der Einstellung ankommt.

Foto: Diagnose des Fahrwerks

Reparatur nach einem Unfall vs. Richten während des Betriebs


Bei Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht (GVM) von bis zu 3,5 t ist während des normalen Betriebs kein Richtverfahren erforderlich. Die überwiegende Mehrheit dieser Fahrzeuge verfügt über selbsttragende oder rahmen-selbsttragende Karosseriestrukturen. Reparaturen sind hier in der Regel nur nach Kollisionen oder Unfällen sowie gegebenenfalls im Rahmen von Wiederaufbauarbeiten notwendig.

Anders verhält es sich bei Fahrzeugen über 3,5 t GVM, bei denen die tragende Rahmenstruktur im Laufe des Betriebs häufig verformt wird. Dies kann durch Überlastung, unebene Straßenverhältnisse oder durch das Zusammenspiel von Sattelanhängern und Zugmaschinen geschehen. In solchen Fällen kann eine betriebliche Richtarbeit sehr hilfreich sein und ist in manchen Situationen sogar notwendig, um das Fahrzeug für die Achsvermessung vorzubereiten.

Zwar bestimmt die Anordnung von Achsen und Rädern zueinander maßgeblich die Fahrqualität, doch starke Abweichungen in der Form des Rahmens können die korrekte Einstellung einzelner Parameter erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen. Entscheidend ist beispielsweise, zu Beginn die Rechtwinkligkeit der festen Achse(n) in Bezug auf die Mittelachse des Rahmens einzustellen.

Eine zusätzliche Herausforderung stellen diagonale Krümmungen und Rahmenverdrehungen dar. Besonders bei Fahrzeugen mit Spezialaufbauten treten Defekte auf, die ohne den Einsatz geeigneter Diagnosesysteme nur schwer zu erkennen sind.

Der Artikel erörtert die grundlegenden Probleme bei der Organisation und Planung des Aufbaus von Dienstleistungen für Fahrzeuge über 3,5 t, die hauptsächlich mit den technischen Bedingungen und der Technologie zusammenhängen. Der Markt für Nutzfahrzeuge ist nicht nur wegen der Anzahl der in unserem Land verkehrenden Fahrzeuge sehr interessant, sondern auch wegen der Position Deutschlands als zentraler Verkehrsweg innerhalb Europas. Die Investition in einen Reparatur- und Wartungsservice für Nutzfahrzeuge ist eine sehr schwerwiegende Entscheidung, die eine sorgfältige Einhaltung der Planung und eine schrittweise Umsetzung unter Einbeziehung von Spezialisten erfordert.